Frankenslot Speedflow-Controller

Ein Pistolenregler für Carrera Digital: Darauf hat man lange gewartet! Mittlerweile gibt es diese bereits von mehreren Herstellern, wie Truspeed, Slot.it oder eben Frankenslot. Der Händler und Hersteller von Slotracing-Artikeln liefert diesen standardmäßig mit einem Spiralkabel, auf Wunsch gegen Aufpreis aber auch mit einem Flachkabel 3 oder 5 Meter Länge. Zu diesem Speedflow getauften Regler wird eine Controller Box angeboten, die die begrenzte Anzahl von 15 Fahrstufen auf 44 erhöht. Dadurch soll eine feinere Dosierung und somit eine bessere Kontrolle über das Fahrzeug möglich sein. Diese ist im Gehäuse der Handreglererweiterungsbox von Carrera untergebracht und hat somit Anschlussmöglichkeiten für bis zu drei Regler. Will man mit mehr Reglern die Vorteile der Controllerbox nutzen, wird eine zweite benötigt.

Es sollte nicht vergessen werden, die herstellerübergreifende Kompatibilität der Controllerbox zu erwähnen. So können an der Controllerbox ebenfalls die Regler von Truspeed und die originalen Kabelregler von Carrera betrieben werden (auch im Mischbetrieb).

Der Speedflow ist im bekannten DS-Reglergehäuse verbaut und liegt dadurch gut in der Hand. Die Rückstellfeder für den Trigger hat eine passende Stärke und der Trigger selbst eine angenehme Form. Ein schwarzer Taster fungiert als Handbremse, der rote entspricht dem Weichentaster. Ansichtssache ist sicherlich die Notwendigkeit der Handbremse. Ich für meinen Teil nehme diese nie her, wodurch er eher beim Halten des Reglers stört. Weiterhin verkantet sich der Weichentaster leider beim vorliegenden Modell, wenn er nicht exakt gerade betätigt wird, wodurch der Spurwechsel nicht immer klappt. Dies ist aber vermutlich ein Einzelfall, da das beim baugleichen schwarzen Taster nicht auftritt. Sollte man so einen Taster erwischen, bessert der Hersteller auf Wunsch gleich nach. Ansonsten ist der Handregler, wie von Frankenslot gewohnt, perfekt und solide verarbeitet. Auch die Möglichkeit, die Länge des Reglerwegs anzupassen, gefällt. Über drei Potis kann das Ansprechverhalten des Reglers angepasst werden: Die ersten zwei dienen der Einstellung der oberen und unteren Grenze des Reglerwegs. Diese sind aufgrund der Verstellbarkeit des Reglerwegs notwendig. Wie das justieren genau funktioniert, kann in der Frankenslot-Wiki nachgelesen werden. Das dritte Poti ist dann das wichtigste. Hiermit kann die Gaskurve bestimmt werden und der Regler somit auf das Fahrzeug und die Strecke abgestimmt werden. Leider ist kein Drehknopf am Poti verbaut, wodurch das Einstellen durch einen Schraubenzieher erfolgen muss. Gerade für dieses Poti wäre ein externer Drehknopf wünschenswert.

Jetzt aber endlich ab an die Bahn: Für mich als hauptsächlichen Analog-Fahrer (natürlich mit Pistolenreglern) besteht kein Vergleich zu den originalen Daumendrücker. Bei mir fielen die Rundenzeiten mit dem Speedflow drastisch, schließlich hat man doch etwas in der Hand, mit dem man sich auskennt. Auch steigt der Fahrspaß an Digital deutlich und das mit nur 15 Geschwindigkeitsstufen. Zeit also, für die Speeflow Controller Box.

Mit der Controllerbox ist der Reglerbereich spürbar weicher. Der Speedflow wird seinem Namen gerecht, denn das flüssigere Fahren macht sich auch in den Rundenzeiten positiv bemerkbar. Ich benutze die maximale Anzahl an Geschwindigkeitsstufen, also 44. Die Anzahl kann auch auf 30 oder sogar 16 Steps reduziert werden, je nach Vorliebe. Nach dieser Einstellung kann ebenfalls noch die sogenannte Launch Control aktivieret werden. Hierbei handelt es sich um 7 Gaskurven, über die das Reglerverhalten zusätzlich angepasst werden kann.

Im nebenstehenden Diagramm sind diese dargestellt. Wie auch die Tests von Frankenslot zeigte auch mein Test, dass Kurve 3 die sicherste und angenehmste ist. Sie ist wohl die vielseitigste und funktioniert mit vielen verschiedenen Fahrzeugen auf verschiedenen Strecken-führungen und ist daher eine geeignete Grundeinstellung. Bei den Tests auf dem Koala-Ring, der sehr flüssig und schnell zu fahren ist, zeigte sich noch mehr Potential durch Gaskurve 4 oder sogar 5. Das Reglerverhalten wird aggressiver und insbesondere Carrera-Fahrzeuge können dadurch schneller und flüssiger um den Kurs bewegt werden. Alle Einstellungen sind mit dem Regler zu erledigen, Feedback bekommt man über die Lichter und den Motor des Fahrzeugs. Das macht das ganze etwas umständlicher als zum Beispiel eine Programmierung über Taster. Allerdings hat man ziemlich schnell den Bogen raus und wenn die Controllerbox einmal richtig eingestellt ist, muss sie nicht mehr so oft umprogrammiert werden.  Der genaue Ablauf der Programmiersequenz ist im entsprechenden Eintrag der Frankenslot-Wiki nachzulesen. Mit all diesen Einstellungsmöglichkeiten sollte man sich ausführlich befassen, da diese einen wesentlichen Einfluss auf den Fahrspaß und auf die Rundenzeiten haben.

Verbesserungsmöglichkeiten am Speedflow-Controller sehe ich, wie bereits erwähnt, in einem Drehknopf. Ein Schraubenzieher zur Einstellung ist hier für meinen Geschmack etwas zu umständlich. Mit der Möglichkeit, die Bremse ebenfalls bequem über den Handregler und nicht über die CU einzustellen, wäre der Speedflow-Controller perfekt. Da ich gerade auch unter dem Rennen mein Reglerverhalten öfter anpasse, würde ich dies sehr begrüßen. So ist man doch mit der Bremse ziemlich festgelegt und die beste Gaseinstellung hilft nichts bei einer falsch eingestellten Bremse.

Insgesamt sind beide Produkte von Frankenslot aber eine Bereicherung für Digital-Fahrer und absolut empfehlenswert. Sie bringen das digitale Fahren auf eine neue Stufe und bessern die Schwächen des Carrera-Systems sehr gut nach.

Vielen Dank an Frankenslot, die diesen Testbericht erst ermöglichten!

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