Truspeed PWM II

Die Truspeed Handregler werden von Steve Hills in England gefertigt und können direkt von ihm unter truspeed.co.uk gekauft werden.

Die Versandzeit ist natürlich nicht so schnell wie bei einer Lieferung aus Deutschland, die Bestellung selbst wurde aber von Truspeed sehr schnell bearbeitet.

 

Geliefert wird der PWM II mit einem zusätzlichen Trigger für zwei Finger und mit losen Anschlusskabeln. Hier müssen noch entsprechende Bananenstecker angebracht werden. Die Kabelfarben entsprechen der Parma- Farbbelegung.

Der Regler besticht durch eine sehr gute Verarbeitungsqualität, so zum Beispiel ist die Reglerbox, die mit vielen Stufenschaltern ausgestattet ist, komplett aus Metall. Außergewöhnlich ist ebenfalls, dass der Regler bedruckt mit meinem Namen geliefert wurde. Unkonventionell aber sehr praktisch ist außerdem die Möglichkeit, das Kabel zwischen Box und Regler einfach Ausstecken zu können. Dies erleichtert zum einen den Transport, zum anderen wird eine Reparatur sehr einfach, sollte das Kabel doch mal kaputt gehen. Dies ist sonst meist eine Schwachstelle vieler Regler. Auch der Regler selbst ist sehr gut verarbeitet und weist neben weiteren Einstellungsmöglichkeiten auch eine Schraube zur Verstellung der Härte der Rückholfeder des Triggers auf. Über eine weitere Schraube kann die Position des Bremsanschlages eingestellt werden. Der Trigger selbst ist sehr leichtgängig und leise. Persönlich hätte ich mir allerdings einen etwas größeren Regelbereich gewünscht. Das Reglergehäuse liegt gut in der Hand, auch wenn es im ersten Moment etwas klobig erscheint, wenn man (so wie ich) das Parma Gehäuse gewohnt ist. Ein wenig störend ist für mich das verwendete Spiralkabel, das im Fahrbetrieb doch stärker am Regler zieht als ein normales. Doch durch das verwendete Standard-Stecksystem sollte es nicht allzu schwer sein, ein alternatives Kabel aufzutreiben.

Doch nun zu dem, was den Regler wirklich ausmacht: Die Einstellmöglichkeiten.

Insgesamt befinden sich an der Reglerbox 5 große Stufenschalter und zwei kleine Schiebeschalter. Optische Rückmeldung bekommt man über zwei verbaute LEDs, die wie ich finde ruhig ein wenig dunkler ausfallen dürfte. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau. Weiterhin findet man am Regler zwei weitere Stufenschalter sowie einen Boost-Taster. Auch im Regler selbst ist eine LED verbaut.

Die Einstellungsmöglichkeiten im Detail:

 

1. Reglerbox:

  • Stufenschalter BRAKE: Einstellung des Punktes, an dem das Auto zu bremsen beginnt, wenn der Trigger losgelassen wird: 1 (sanfte) zu 12 (stark).
  • Stufenschalter HOLD: Einstellung des Zeitintervalls, in dem der Bremsvorgang andauert:
    1 (kurz) zu 12 (lang).
  • Schiebeschalter für das Bremsen (links): Hier kann ausgewählt werden zwischen dem einfachen, normalen Modus (1) oder einem "intelligenten" Modus (2). Im zweiten Modus wird die Bremskraft hauptsächlich anhand der Geschwindigkeit, mit der man den Trigger zurück bewegt, berechnet. Somit kann man in schnellen Passagen der Strecke ein anderes Bremsverhalten als in langsameren erreichen. Dies bedeutet aber auch, dass man seinen Fahrstil daraufhin anpassen muss.
  • Stufenschalter ACCELERATE: Bestimmt, wie schnell das Auto beim Gas geben beschleunigt. Dies betrifft hauptsächlich das Verhalten am Kurvenausgang. 1 (langsam) zu 12 (schnell).
  • Stufenschalter TOP SPEED: Hier kann die Höchstgeschwindigkeit des Autos angepasst werden. Dies ist nur in seltenen Fällen notwendig, weshalb dieser Schalter bei mir immer auf maximal (12) steht.
  • Stufenschalter START SPEED: Bestimmt die Geschwindigkeit des Autos in der ersten Reglerposition nach dem Bremskontakt. Zusammen mit END STEP auf dem Regler selbst kann so der Geschwindigkeitsbereich eingestellt werden, den man mit den 36 Stufen des Triggers kontrollieren kann.
  • Schiebeschalter für das Beschleunigen (rechts): Auch hier kann zwischen einem normalen Modus (1) und einem intelligenten Modus (2) ausgewählt werden. Der intelligente Modus überprüft, ob der Motor auch die gewünschte Geschwindigkeit und das Drehmoment hält und regelt gegebenenfalls nach. Versucht man zum Beispiel im Modus 1 bei einer fest eingestellten Geschwindigkeit der Hinterachse eines aufgebockten Autos zu bremsen, indem man einen Finger an den Reifen hält, gelingt das relativ einfach. Der Modus 2 arbeitet hier dagegen und hält die Drehzahl konstant.
  • POWER LED (blau): Leuchtet, wenn der Regler richtig angeschossen ist. Die LED erlischt, falls der Trigger auf Vollgaskontakt ist.
  • BRAKE LED (rot): Leuchtet, wenn der Bremskontakt aktiv ist. Des weiteren sollte die LED leuchten, wenn sich kein Auto auf der Bahn befindet (in diesem Zustand erlöschen beide LEDs, sobald der Regler durchgedrückt wird). Stellt man ein Auto in die Spur erlischt sie. Tut sie das nicht, kann das mit dem HOLD-Regler nachgeregelt werden. Wird das Auto von Hand angeschoben, fängt die LED an zu leuchten. Der Regler will das Auto also bremsen, da es sich ungewollt bewegt.  Leuchtet die BRAKE LED blau, befindet sich ein Kurzschluss auf der Bahn.

2. Handregler:

  • Stufenschalter CURVE: Wohl eine der wichtigsten Einstellmöglichkeiten. Mit diesem wird die Gaskurve festgelegt. Von 0 (maximale positive Kurve) über 5 (linear) zu 9 (maximale negative Kurve)
  • Stufenschalter END STEP: Wie oben angedeutet, kann damit die Sprungweite zwischen der letzten Reglerposition und dem Vollgaskontakt eingestellt werden. Großer Sprung (0) bis kleiner Sprung (9).
  • BOOST-Taster: Beim Drücken dieses Tasters werden alle anderen Beschleunigungseinstellungen ignoriert und man hat die volle Leistung zur Verfügung.

Diagramme von truespeed.co.uk

Über all diese Einstellungen kann nahezu jede beliebige Reglerkurve eingestellt werden und damit perfekt auf jedes Fahrverhalten und jeden Fahrstil abgestimmt werden.

Probleme durch Verschleiß blieben bisher aus. Der Regler arbeitet völlig zuverlässig.  Die Benutzung setzt allerdings vorher eine sehr gute Kenntnis der Theorie des Reglerverhaltens voraus. Ich persönlich finde es immer noch schwierig, den Regler innerhalb eines kurzen Trainings richtig einzustellen. Man verliert doch recht schnell den Überblick über all die Knöpfe. In solchen Fällen ist doch weniger mehr. Hat man jedoch genügend Zeit oder Übung, den Regler perfekt einzustellen, kann man von den vielen Einstellungsmöglichkeiten nur profitieren!

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